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Datum: 16.09.2025

Ausstellung über persönliche Gegenstände von KZ-Häftlingen in Reinfeld (Holstein)

Die Arolsen Archives eröffnen am 19. September 2025 um 13:00 Uhr in Reinfeld (Holstein), in der Mehrzweckhalle der Immanuel-Kant-Schule die Open-Air Wanderausstellung #StolenMemory. Im Mittelpunkt stehen der letzte Besitz von KZ-Inhaftierten und die Frage, wie es heute noch gelingt, diese sogenannten Effekten an Familien der Opfer zurückzugeben.

Zu sehen ist die Ausstellung in einem aufklappbaren Übersee-Container auf dem Parkplatz des Schulzentrums, Bischofsteicher Weg 75 B bis 07. Oktober 2025, Öffnungszeiten Montag bis Freitag 08:00 bis 17:00 Uhr oder nach Vereinbarung unter 0151 5040 1775.

„Effekten“ sind persönliche Gegenstände, die Häftlingen bei ihrer Ankunft in den Konzentrationslagern von den Nationalsozialisten abgenommen wurden. Oft waren es Eheringe, Uhren, Füller oder Brieftaschen mit Fotos. #StolenMemory ist eine Kampagne der Arolsen Archives zur Rückgabe dieser persönlichen Gegenstände an die Angehörigen. Über 1.000 Familien konnten seit dem Start der Kampagne 2016 bereits gefunden werden. Die Ausstellung zeigt Bilder solcher „Effekten“ und erzählt vom Schicksal von zehn NS-Verfolgten.

Das Ziel der Ausstellung: Aufmerksamkeit und Unterstützung
Unter der Überschrift „Gefunden“ lenkt die Ausstellung den Blick auf persönliche Gegenstände, die bereits zurückgegeben werden konnten. Sie berichtet vom Verfolgungsweg der einstigen Besitzerinnen und Besitzern und den Rückgaben an ihre Familien heute. Mit dem Smartphone können die Besucherinnen und Besucher über QR-Codes Videoportraits aufrufen, in denen die Angehörigen selbst zu Wort kommen.

Unter der Überschrift „Gesucht“ werden „Effekten“ gezeigt, die noch auf ihre Rückgabe warten. Eine wichtige Botschaft ist deshalb auch: Jeder kann die Arolsen Archives bei der Rückgabe der Effekten unterstützen und sich selbst auf Spurensuche nach den Verfolgten und deren Familien begeben. Denn noch immer bewahrt das Archiv gestohlene Erinnerungsstücke von rund 2.000 Personen aus ganz Europa auf.

Der emotionale Wert der Effekten
„Viele Opfer der Nationalsozialisten hinterließen keine materiellen Spuren für ihre Familien, weil die Nationalsozialisten ihnen alles nahmen“, so Floriane Azoulay, Direktorin der Arolsen Archives. Die Rückgabe der Effekten sei für die Angehörigen deshalb oft sehr unerwartet: „Einige von ihnen wissen nichts oder nur wenig über diesen Teil der Lebensgeschichte ihrer Großeltern, Eltern, Onkel und Tanten“. Umso wichtiger sei es, dass die Gegenstände in die Familien zurückkehrten.

Ausstellung findet ihre Fortsetzung in Reinfeld (Holstein).
„Als Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage liegt einer unserer Schwerpunkte auf Demokratieförderung. So haben in diesem Jahr im Rahmen eines Projektes der städtischen Jugendarbeit erstmals Schülerinnen und Schüler das ehemalige Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau besuchen können“, so Schulleiterin Jennifer Behnke und ergänzt: „die dort gewonnen sehr bewegenden Eindrücke wollen wir versuchen, mit schulischen Projekten zur #StolenMemory-Ausstellung aufzugreifen und einer breiteren Schülerschaft zugänglich zu machen. Dazu bietet die Ausstellung mit Bezügen zum ehemaligen Konzentrationslager Hamburg-Neuengamme, das von unseren neunten Jahrgängen regelhaft besucht wird, eine großartige Ergänzung.“

Reinfelds Bürgermeister Roald Wramp betont: „Wir sind Arolsen Archives sehr dankbar, dass diese Wanderausstellung so schnell und unkompliziert für unsere Stadt zur Verfügung gestellt wird. Mit den großformatigen Fotos der persönlichsten Hinterlassenschaften von KZ-Opfern sowie Informationen zum NS-Lagersystem werden nicht nur bewegende Zeugnisse dieser Schreckenszeit vermittelt, sondern zugleich werden Interessierte animiert, selbst weitere Nachforschungen anzustellen und sich mit dieser Thematik vertieft zu befassen."

Ausstellung und Website
Seit August 2020 reist die #StolenMemory-Ausstellung mit mittlerweile vier Containern durch Deutschland und aktuell auch durch Polen und Frankreich. Ermöglicht wurde das Projekt durch eine Förderung der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien. Finanziert werden die Arolsen Archives und auch die Wanderausstellungen in Deutschland durch das Auswärtige Amt.

Begleitend zur Ausstellung bietet die Website stolenmemory.org interessante Einblicke: Kurze, animierte Filme mit ergänzenden Webstories erzählen von individuellen Schicksalen. Diese Materialien wurden speziell für Jugendliche entwickelt und im Juni 2021 mit dem Grimme Online Award in der Kategorie „Wissen und Bildung“ ausgezeichnet. Auf der Website steht zudem umfangreiches pädagogisches Material zum kostenlosen Download zur Verfügung, das von Schulen und Bildungseinrichtungen auf allen Stationen der Wanderausstellung genutzt werden kann.


Wo: 23858 Reinfeld (Holstein), Bischofsteicher Weg 75 B, Parkplatz des Schulzentrums

Wann: Freitag, 19. September bis Dienstag, 07. Oktober 2025
Öffnungszeiten: Montag bis Freitag jeweils von 08:00 bis 17:00 Uhr oder nach Vereinbarung unter Telefon mobil 0151 5040 1775


Link zur Website #StolenMemory: https://stolenmemory.org/

Kontakt in Reinfeld (Holstein):
Manfred Schönbohm
Manfred.schoenbohm@web.de
Tel. 0151 5040 1775


Wir würden uns über eine rege Beteiligung von Pressevertretungen freuen.